Nerobergbahn

Nun fährt sie wieder: Der verspätete Saisonstart der Wiesbadener Nerobergbahn stieg am 1. Juli 2021. Damit die 131 Jahre alte Bahn auch 2021 funktioniert, wurde sie über die Wintermonate und im Frühjahr sorgsam überprüft.

Die Nerobergbahn auf der Fahrt zum Gipfel des Neroberges.

Saison startete am 1. Juli

Die neue Saison der historischen Nerobergbahn startete am 1. Juli 2021. Über die Historie und die Technik der Bahn sind umfangreiche Angaben auf der Webseite nerobergbahn.de zu finden. Damit die 131 Jahre alte Bahn, die genau 438 Meter, mit einer Geschwindigkeit von 7,8 Kilometer pro Stunde, täglich ohne Panne bewältigt, wurden Wagen und Technik über die Wintermonate und im Frühjahr 2021 sorgsam überprüft und notwendige Reparaturen vorgenommen. Auch einige neue Fahrer wurden zwei Wochen lang intensiv geschult und eingearbeitet.

Umfangreiches Hygienekonzept

Um den Fahrgästen einen sicheren Besuch der Nerobergbahn zu ermöglichen, hat man ein umfangreiches Hygienekonzept  erarbeitet. So besteht auf dem gesamten Betriebsgelände inklusive der Wartebereiche der Berg- und Talstation und in der Bahn für Fahrgäste und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Pflicht, eine medizinische Maske zu tragen. Die Auflagen zur Beförderung von Fahrgästen sind zu Beginn bewusst hoch gesetzt: Sie brauchen einen negativen Corona-Schnell- oder PCR-Test oder eine vollständige Impfschutz- oder Genesungsbescheinigung einer SARS-CoV2-Infektion. Diese recht hohen Standards werden gelockert, sobald es die allgemeine Situation aus Betreibersicht mit gutem Gewissen zulässt.

Alle Abteile der gelben Wagen wurden durch Spezialfolie voneinander abgetrennt. Desinfektionsmittelspender für die Hände stehen in den Eingangsbereichen der Bahn bereit. Schilder weisen auf die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln hin. Es wird Zugangsbeschränkungen in die Stationen und Bahnen geben. Die Nerobergbahn wird nur mit halber Fahrgastzahl fahren, das heißt, nur 20 statt 40 Personen pro Fahrt.

Fahrzeiten

Wiesbadens schrägstes Wahrzeichen fährt in den Monaten März, April, September und Oktober – täglich von 10 Uhr bis 19 Uhr, in den Sommermonaten von Mai bis August täglich von 9 Uhr bis 20 Uhr. Alle 15 Minuten startet die Nerobergbahn eine Fahrt und bringt die Fahrgäste auf den Wiesbadener Hausberg beziehungsweise wieder hinunter ins Nerotal. In den Wintermonaten wurde die beiden Wagen überprüft, notwendige Reparaturen durchgeführt, die Strecke kontrolliert und Ausbesserungsarbeiten vorgenommen.

Wiesbadens schrägstes Wahrzeichen

Schon zu Kaiser Wilhelms Zeiten rumpelten die beiden kleinen gelb-blauen Bergbahnwagen mit 7,3 Kilometern pro Stunde Wiesbadens Hausberg hinauf und hinunter. 3,5 Minuten reine Fahrtzeit brauchen sie heute wie damals, um von der Talstation über das Viadukt hinauf auf die 245 Meter hoch gelegene Bergstation zu gelangen. Etwa 3,5 Minuten beträgt die Fahrzeit, um von der Talstation über den Viadukt hinauf auf die 245 Meter hoch gelegene Bergstation zu gelangen.

Die ausgeklügelte Technik begeistert damals wie heute die Fahrgäste der Nerobergbahn. 440 Meter müssen sie zurücklegen und eine Steigung bewältigen, die bis zu 25 Prozent beträgt. Eine Herausforderung, die die Nerobergbahn schon seit 1888 ohne Zwischenfälle meistert.

Zu verdanken ist das dem genial anmutenden Antriebssystem der Nerobergbahn: Der talwärts fahrende Wagen wird an der Bergstation mit bis zu 7.000 Liter Wasser befüllt und zieht an einem Stahlseil den anderen Wagen bergauf. Kommt der talwärts fahrende Wagen unten an, wird das Wasser abgelassen und wieder bergauf gepumpt. Beide Wagen sind durch ein 452 Meter langes Stahlseil verbunden. Die Geschwindigkeit regelt der talwärts fahrende Wagenführer. Die Sicherung erfolgt durch Zahnräder unter den Wagen, die in eine auf der Gleisanlage befestigte Zahnstange greifen.

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Bildnachweise

  • wiesbaden.de / Foto: Wiesbaden Marketing GmbH